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Von der ehemaligen Kapelle zum heutigen Glockenturm

 

   
Der spätgotische bau wurde 1473, vielleicht unter Einbeziehung älterer Bauteile, in einfachen Formen errichtet.

Die Dorfchronik von Superintendent Brannolte spricht von einem Kapellenbau zwischen 1250 und 1300. Die Kapelle trug ein dach aus Sollingplatten und hatte eine einfach, ansprechende Ausstattung in barocken Formen. Was der Kapelle aber eine besondere Bedeutung verlieh, waren die gotischen Malereien an Wänden und Gewölben.

Durch vernachlässigte Unterhaltung war die Kapelle baufällig und unbenutzbar deworden. Mit welchen geringen Kosten die Instandsetzung und Erhaltung für die Nachwelt möglich gewesen wäre, erkennt man aus den Akten. Schon 1893 berichtete der Kapellenvorstand über den baufälligen Zustand.

Ein Gutachten fordert eine gründliche und nicht eine oberflächliche Abstellung der Mängel. Er empfielt vor einem Abriss, die Wandmalereien freizulegen und dann über einen Erhalt oder abbruch zu entscheiden.

Zum Schluss sagt das Gutachten, dass "durch das Bestehen- bleiben des Bauwerkes eine nachteilige Beeinflussung des Schulgrundstückes nicht abzuleugnen sei". Es gibt keinen Hinweis, worin diese Beeinflussung besteht.
Nach fünf Jahren, im April 1898, kommt ein neuer Bericht des Kapellenvorstandes über den weiteren Verfall. Kapellen- und Schulvorstand schlagen den Abbruch vor.

Der Bausachverständige der Regierung bestätigt den verschlechterten Zustand und stimmt dem Abbruch zu.

Wieder vergehen fünf Jahre, man lässt die Kapelle weiter verfallen. Im Februar 1903 bittet der Kapellenvorstand den damaligen Landbaumeister Knoop aus Blomberg um ein Gutachten. Es sollte geprüft werden, ob das Bauwerk noch reperaturbedürftig sei und eine Instandsetzung für längere Jahre zum gottedienstlichen Gebrauch die Reparaturkosten lohne, wenn nicht, sei die Ortschaft für den Abbruch.

Knoop stellt in seinem Gutachten fest, dass die Bausubstanz im allgemeinen noch gut sei, dass eine Jahrhunderte haltbare Wiederherstellung recht wohl möglich und mit nicht all zu hohen Baukosten verbunden sei.

Für sage und schreibe 3.500 bis 4.000 mark hätte danach die Gemeinde die Kapele auf Jahrhunderte hinaus herrichten und würdig ausstatten können, sei es auch bei der Verteilung der Arbeiten auf mehrere Jahre.

Baurat Knoop sieht sich im Februar 1905 veranlasst, die Regierung auf den künstlerischen und kulturgeschichtlichen Wert der Kapelle, sowie auf die drohende Gefahr des Abbruchs hinzuweisen und fordert auf Grund des Gesetzes vom 3. Januar 1895 den Abbruch zu verbieten und die Wieder-herstellung zu fördern.
Die Regierung antwortet: "Aus dem Berichte entnehmen wir, dass die Erhaltung und Wiederherstellung der Kapelle gesichert ist. Zur Gewährung eines Kostenzuschusses fehlt es uns an den nötigen Mitteln." Die Erhaltung war aber keineswegs gesichert, wie die Entwicklung zeigte.

Nach vierzehnjährigen fruchtlosen Verhandlungen wird die Kapelle 1906/1907 abgerissen. An welchen Widerständen und Überlegungen die Erhaltung der Kapelle gescheitert ist, besagen die Akten nicht.

An der Stelle, wo die Kapelle stand, ist dann der jetzige steinerne Glockenturm errichtet worden.

Eigentümer ist heute die ev. ref. Kirchengemeinde Cappel.

Der Glockenturm ist nun das Wahrzeichen von Großenmarpe.

Eine Sammlung der Großenmarper Bürgerinnen und Bürger trug vor einigen Jahren dazu bei, dass der Turm neu geschiefert werden konnte.

-Informationen aus:
 Dorfchronik von Superintendant Brannolte
 Bericht von Karl Wollpracht, Detmold (1956)


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Die alte Kapelle
















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Der Glockenturm















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Der Glockenturm im Dorfbild
 

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