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Kegeln und Kegelbahnen in Großenmarpe
 
 
Die genauen Ursprünge des Kegelns lassen sich für Großen-  
marpe nicht mehr ganz eindeutig klären. "Um 1900 taucht auf
Link: dkb-online.org
den Dörfern ein ganz neuer Kegelbahntyp auf: Die Bahn inner-
halb des Tanzsaales auf einem seitlichen Podest. Zumindest
Wittelmeier in Donop, Gelhaus in Sommersell, Waldhecker in
Helpup, vermutlich aber auch Henke in Sabbenhausen und der
Storkskrug in Wahmbeckerheide verfügten über eine Saal-
kegelbahn."  
Viele ältere Bürger in Großenmarpe können sich ebenfalls noch  
sehr gut an das seitliche Podest im heutigen Saal "Marpetal"  
erinnern. (Nach dem Saaleingang auf der rechten Seite).  
   
Wie aus einem Schreiben des früheren Eigentümers Noltemeier  
vom 23. Juni 1940 an das Kreisbauamt Detmold hervorgeht, ist  
der große Saal von dem früheren Besitzer Albert Gees im Jahre
1905 erbaut worden. Vermutlich seit dieser Zeit -also ab 1905-
existierte die Kegelbahn mit den dazugehörigen 9 Kegeln.
Über das Material, aus dem die Bohlen und die Kegel bestan-
den, gibt es nur wenige Informationen: Die Holzbohle der
Kegelbahn bestand vermutlich aus Pitchpine, dem besonders
harten Holz der amerikanischen Sumpfkiefer.
Die schweren Kugeln waren aus Pockholz, dem Holz des tro-
pischen Guajakbaumes, das eine besondere Dichte aufweist.
 
Für die Pockkolz-kugeln gab es spezielle Händler wie der  
Drechsler Klingenberg in Detmold oder Tille in Lemgo. Die Kegel
 
wurden wohl beim Drechsler im Dorf oder in der nächsten Stadt
 
hergestellt.  
   
Kegeln war in dieser Zeit übrigens reine Männersache. "Die  
Besucher der ländlichen Kegelbahnen waren bis auf Aus-
nahmen selbsständige Bauern und Bauernsöhne, mit anderen
Worten die dörfliche Oberschicht".
Komplizierte Regeln waren wohl auf den Dörfern nicht üblich.
"Alle Neune" hieß die Devise der Kegler. Wie ehemalige Kegel-
jungen nich berichten können, mußte derjenige, der alle neun
Kegel geworfen hatte, dem Kegeljungen einen Groschen
zahlen. Dies führte dazu, daß die Kegeljungen zu vorgerückter
Stunde den Kegeln kräftig "nachhalfen".
Udo Pälike 
 
   
Quellen-Nachweise:  
- Annegret Tegtmeier-Breit: "Kegeln und Kegelbahnen in Lippe  
  während des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts"  
- Schreiben von Fritz Noltemeier (23.06.1940)  
   

 
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